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28 & UNDR: Platz machen für die nächste Generation

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Tuschezeichnung: eine Menge Tänzer*innen, die sich auf dem Dancefloor um einen Käfig drängt, Lichtstrahlen darüber

Ein Dancefloor erneuert sich nicht von selbst. Irgendwer muss zum ersten Mal reinkommen.

Genau das ist der Teil der Berliner Clubkultur, um den wir uns am meisten Sorgen machen. Wenn sich die Leute, die heute 22 sind, den Raum nicht leisten können, gibt es in zehn Jahren keine Szene, die man weitergeben kann. Dann bleibt einfach nur dieselbe Crowd, die langsam älter wird und jedes Jahr mehr dafür bezahlt, dabei sein zu dürfen.

Also haben wir das eine getan, was wir tatsächlich tun konnten: 28 & UNDR — vergünstigte Tickets für alle bis 28, auf jeder Party, die wir veranstalten.

Die Zahlen sind kein Gefühl

Im August hat die Clubcommission Clubkultur Berlin 2026 veröffentlicht — über 100 Betreiber\*innen wurden befragt, dazu qualitative Interviews mit Clubgänger\*innen. Liest sich wie eine Diagnose:

  • 39% der Berliner Clubs haben 2025 mit Verlust abgeschlossen. 2017 waren es 21%.
  • 59% der Clubumsätze kommen inzwischen aus dem Eintritt. 2017 waren es 21% — Drinks und Gastro haben damals rund 60% der Nacht getragen.
  • 73% der Clubs verkaufen weniger Alkohol als früher. Die Leute bleiben kürzer und geben gezielter Geld aus.
  • 47% haben die Ticketpreise erhöht. 67% haben die Drinkpreise erhöht.
  • 60% nennen die sinkende Kaufkraft ihres Publikums als zentrales Problem.
  • Und 92% stimmen zu, dass Eintrittspreise für bestimmte Gruppen zu einer Hürde geworden sind.

Diese letzte Zeile erzählt eigentlich die ganze Geschichte. Früher hat die Bar die Tür mitgetragen. Heute nicht mehr, also muss die Tür den Club finanzieren — und genau dort wird der jüngste und am schlechtesten bezahlte Teil der Crowd ausgesiebt. Gleichzeitig laufen 83% der Events immer noch mit mehr als halber Auslastung. Volle Floors, leere Kassen.

92% der Berliner Clubs stimmen zu, dass Eintrittspreise für bestimmte Gruppen eine Hürde sind.

Clubkultur Berlin 2026, Clubcommission Berlin

Der kinky Teil der Szene spürt das noch stärker. Awareness-Teams, Play Areas, Garderoben, Handy-Policies, geringere Kapazität pro Quadratmeter, mehr Personal pro Gast. Ein Safer Space kostet mehr im Betrieb als ein Raum mit Bar. Diese Kosten landen auf dem Ticket, und 30€ an der Tür sind still und leise normal geworden.

CAGE war unsere erste Antwort

CAGE gibt es genau deshalb. Wir haben es auf einer sturen Idee aufgebaut: Eine richtige kinky Techno-Nacht sollte kein Luxusticket kosten, nur damit du reinkommst.

Early Birds für 10€, Presale für 16€, gedeckelt bei 20€ online und an der Tür. Und dieser große 10€-Block ist nicht ans Alter gebunden. Der ist für alle, first come first served.

Die erste Edition hat uns gezeigt, dass es nicht reicht

Dann hat CAGE tatsächlich stattgefunden, und wir haben in den Raum geschaut.

Die Leute waren da. Aber billig für alle heißt eben trotzdem, dass das Ticket an die geht, die sich am schnellsten bewegen — und die, die sich am schnellsten bewegen, sind meistens die, die sowieso schon tief in der Szene drin sind, längst auf allen Mailinglisten stehen und ohnehin jedes Wochenende unterwegs sind. Die First-Timer, die Studierenden, die, die erst mal durchrechnen, was eine Nacht kostet, bevor sie entscheiden. Sie waren immer noch unterrepräsentiert.

Daraus ist 28 & UNDR entstanden.

Was es kostet

Wenn du 28 oder jünger bist:

  • 20€ auf jeder UNDR Party im INSOMNIA — UNLEASHED, HEAT
  • 15€ bei CAGE im Club AMT
  • Plus der 10€-Tier bei CAGE, der weiter für alle offen bleibt

Bring deinen Ausweis mit. Mehr ist der Mechanismus nicht.

Ist das die perfekte Lösung? Nein.

Am liebsten würden wir die Preise für alle senken. Wir haben die Zahlen mehr als einmal durchgerechnet, und es funktioniert nicht. Leider nicht mit den Kosten, die Events in Berlin inzwischen mit sich bringen. Jedes Ticket günstiger zu machen, macht eine Nacht nicht zugänglich — es sorgt nur dafür, dass die Nacht aufhört zu existieren.

Also haben wir eine Linie gezogen, und jede Linie ist willkürlich. Mit 29 wirst du nicht plötzlich reich. Mit 24 bist du nicht automatisch broke. Es gibt Leute auf der falschen Seite dieser Zahl, die das günstigere Ticket nötiger haben als manche auf der richtigen Seite. Das wissen wir.

Und das löst auch nicht das strukturelle Problem. Die Ticket-Tiers eines einzelnen Promoters reparieren nicht die Clubökonomie dieser Stadt. Das ist ein Thema für Politik, und es gibt Leute, die diesen Fight richtig führen.

Eine Altersgrenze war einfach der einzige Hebel, den wir selbst sofort ziehen konnten — ohne Subventionen und ohne so zu tun als ob.

Funktioniert es? Ja.

Seit dem Launch sehen wir bei unseren Partys einen klaren Anstieg jüngerer Leute, im Presale und auf dem Floor. Kein Rundungsfehler. Eine sichtbare Verschiebung darin, wer um 4 Uhr morgens im Raum steht.

Wir erwarten, dass das weiter wächst. Sobald Leute wissen, dass die Tür sie nicht gleich ein Drittel ihrer Woche kostet, kommen sie wieder — und bringen Leute mit.

Accessibility ist etwas, das man macht

In der kinky Szene wird viel über Accessibility geredet. Panels, Posts, Statements. Viel seltener: eine Zahl auf einem Ticket, die sich ein pleiter 23-Jähriger tatsächlich leisten kann.

Wir behaupten nicht, das Problem gelöst zu haben. Wir behaupten, etwas Messbares dagegen getan zu haben — und es weiter zu tun. 20€ im INSOMNIA, 15€ bei CAGE, 10€-Tickets als Early Offer bei CAGE für alle.

Wenn du 28 oder jünger bist: Das Ticket ist da. Nutz es. Der Floor braucht dich mehr, als du uns brauchst.

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